STILLE
Das Land jenseits der Worte.

Wir sind es so gewohnt, dass unsere Tage angefüllt sind von Absichten und Aufgaben, von Ideen und Gedanken, von Worten und Gesprächen. Das ist uns vertraut und scheinbar macht es den Reiz und die Würze des Lebens aus. Das Land jenseits der Worte, Ideen und Absichten ist jedoch Terra Incognita, unbekanntes Land. Die Vorstellung, einen ganzen Tag z.B. schweigend zu verbringen, nichts zu lesen oder zu schreiben, nichts im Internet anzuschauen, nichts in Angriff zu nehmen, nichts zu erledigen mag sinnlos oder abschreckend oder schlicht langweilig erscheinen. Sich in dem Land jenseits der Worte zu lange aufzuhalten scheint leer und reizlos zu sein, eine Entbehrung all dessen, was unser bekanntes Leben spannend und sinnhaft zu machen scheint.

Doch ein Teil in uns weiss um das Land jenseits der Worte. Denn es ist dort zuhause. Es stammt von dort. Die Erinnerung dorthin wohnt in uns. Eine leise Sehnsucht ruft uns dorthin zurück. Wenn wir aufmerksam lauschen, hören wir machmal dieses stille Rufen. Wenn wir es uns erlauben, diesem Ruf zu folgen in das Land jenseits der Worte, entdecken wir das Pulsieren des Lebens, das keine Worte benötigt. Begleitet von der Freude eines klaren, fließenden Gewahrseins entdecken wir die weite Lanschaft unserer inneren Lebendigkeit.

Wir kommen bei uns selbst an.



Foto: Paco Yoncaova


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